2015

Für Salman Ansari ist wichtig, dass Kinder das Problem erkennen, dass sie ihr bisher erworbenes Wissen einbringen und neue Ideen entwickeln können. »Und dabei dürfen sie Fehler machen und auch falsche Behauptungen aufstellen«.

In: Publik Forum Portrait

Oder den Kongress des Schulneudenkers Reinhard Kahl in Bregenz. 2011, also ein Jahr nach der Enthüllung, sollte Hentig dort schon wieder gefeiert werden. Niemand fragt, was eigentlich mit Hartmut von Hentig los ist, warnte damals Salman Ansari.

In: Die Revolution missbraucht ihre Kinder

Der ehemalige OSO-Lehrer Salman Ansari berichtete in der ZEIT über Desorganisation nach innen und systematische Desinformation nach außen.

In: Der Freitag

Das änderte sich nach Wiedergründung der Odenwaldschule in der Nachkriegszeit, als sie den Nimbus der „besten Schule der Welt“ (Salman Ansari) erlangte und sich sukzessive die Vorstellung ausbreitete, daß die Reformpädagogik schon wegen ihres antifaschistischen Potentials die Lösung für all jene Probleme bereithalte, mit denen sich das traditionelle Schulsystem konfrontiert sah.

In: Junge Freiheit

2014

Der indische Lernpädagoge und Chemiker Salman Ansari spricht sich… klar „gegen die Akademisierung der Kindheit“ aus. Kleine Kinder sollten kein Wissen anhäufen, sondern ihre Kreativität entfalten. Ihnen über physikalische oder chemische Experimente Fragen zu beantworten, die sie gar nicht gestellt hätten, sei Unsinn und behindere sie bei ihrer geistigen Reifung.

In: Südwestpresse

»Dr. Ansari arbeitet mit den Kindern in der Forscherwelt zu einem Thema, wir gucken zu und tauschen uns hinterher darüber aus«, erklärt Frauke Hildebrandt im Vorgespräch.

In: Betrifft Kinder

Salman Ansari: „Die Keimzelle pädophilen Kriminalität [an der Odenwaldschule] war die familienähnliche Struktur des Zusammenlebens von Lehrern und Schülern, die sogenannte OSO-Familie. Daran hat bisher niemand gerührt. Dieses Familienprinzip muss abgeschafft werden.“

In: Die Zeit

2013

„Auf über 200 Seiten entwickelt der Autor Ansari liebevoll und präzise, wie Kinder forschen. Die meisten Kinder sind dazu anscheinend natürlich begabt, während die Erwachsenen einen langen Lernweg zu gehen haben, um sich der kindlichen Forscherhaltung würdig zu erweisen. Ansari zeigt an vielen herzerwärmenden Beispielen, wie Kinder sich begeistern, wie sie entdecken, planen, überprüfen.“

In: Erziehungskunst

Physikkästen für Zweijährige? Chinesisch im Kindergarten? Salman Ansari, Naturwissenschaftler und Lernpädagoge hält davon nichts. Die Kindheit solle vom Bildungsballast befreit, der Förderungswahn eingedämmt werden. Für Kinder sei nicht die Anhäufung von Wissen wichtig, sondern die Fähigkeit, eigenständig und kreativ zu denken.

In: Südwestpresse

Eine kleine Geschichte aus dem neuen Buch von Salman Ansari „Rettet die Neugier!“ und eine schmerzhafte Beobachtung: Spielende Kinder aller sozialen Schichten, jeder kulturellen Herkunft legen ein Maß an Konzentration, Ausdauer, Frustrationstoleranz und Lernbereitschaft an den Tag, das Erwachsene vor Neid erblassen lassen müsste.

Deutschlandradio Kultur

Der Lehrer Salman Ansari unterschied sich insofern von seinen Kollegen, als dass er den Betroffenen Glauben schenkte und sich mit den missbrauchten Schülern solidarisierte. Aus dem Kollegium erntete er dafür Bezeichnungen wie „Judas“ und „Nestbeschmutzer“.

In: Achse des Guten

Die Frühförderungsprogramme verschiedener Einrichtungen, Projekte wie das „Haus der kleinen Forscher“ und die Bildungspläne der Länder haben inzwischen sogar eine Dichotomie zwischen dem Lernen und dem Spielen im Bewusstsein des Kitapersonals und der Eltern bewirkt. … Die Behauptung, nur in den ersten Lebensjahren seien im Gehirn Fenster zur Aufnahme von Wissen offen, hat zu einer Frühförderungshysterie geführt. Inzwischen wissen wir, dass dies nicht zutrifft. Auch Kategorien wie „hirngerechtes Lernen“ oder „Neurodidaktik“ sind ungenau und irreführend.

In: Tagesspiegel

Salman Ansari erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen Projekte wie das „Haus der kleinen Forscher“: Dort werde „nachdrücklich die Illusion verbreitet, Bildung sei die Reduktion der Wirklichkeit, Erfahrung sei, in die Retorte zu blicken“. Salman sieht hier neben übergroßem Vertrauen gegenüber willkürlich zusammengestellten Versuchen eine „Belehrungspädagogik“ am Werk, die Kindern Fragen beantwortet, die sie selbst gar nicht gestellt haben, ihnen den direkten Zugang zur sie umgebenden Natur aber versperrt.

In: Tagesspiegel

Wenn man durch Städte wie Berlin oder Hamburg läuft, aber auch durch kleinere wie Offenbach, wo ich oft in Kindergärten arbeite, entdeckt man im öffentlichen Raum kaum noch etwas, das darauf hinweist, dass hier Kinder leben. Hier und da mal ein Spielplatz, aber die sind meist trist und trostlos und alle TÜV-geprüft.

In: Die Zeit

Ansaris Stärke ist es, dass er nicht nur gegen die von ihm beklagte „Akademisierung der Kindheit“ zu Felde zieht, sondern auch eine Menge konkreter Vorschläge macht, wie Erwachsene den Kindern helfen können, die Welt zu entdecken. In seinen „Forscherdialogen“ lässt er Vogelnester bauen und Messbecher füllen, Maisfladen backen und Herbstblätter verbuddeln.

In: Spiegel Online

2011

Ansari: „Ja, weil Reformpädagogik ungefragt einen sehr positiven Klang in der Gesellschaft hat. Diejenigen, die die Reformpädagogik vertreten, müssen eigentlich gar nicht begründen, was sie da machen, welche Konzepte sie wirklich verwirklichen und welche Konzepte zum Beispiel ganz einfache Schulen von der Reformpädagogik übernehmen könnten“.

In: Deutschlandradio

Dr. Salman Ansari, ehem. Lehrer, Odenwaldschule, Glasbrechen e.V.– Für die Betroffenen sexualisierter Gewalt auf der Odenwaldschule – auf einem Podium bei Böll

Böll-Stiftung

Aber es gibt noch eine andere, wichtigere Erklärung dafür, dass Salman Ansari der einzige Lehrer der Odenwaldschule war, der sich von Beginn an unmissverständlich auf die Seite der missbrauchten Schüler gestellt hat: sein – schlechtes – Gewissen. »Auch ich war ein Profiteur des Systems von Herrn Becker«, sagt Ansari. »Auch ich habe mich schuldig gemacht.«

Die Zeit Odenwaldschule

Salman Ansari: „Ein Pianist benutzt seine Kunst nicht, um Kinder zu missbrauchen. Der Pädagoge Becker hat das getan. Er hat die wichtigsten reformpädagogischen Instrumente wie die Nähe zum Kind ganz gezielt eingesetzt, um minderjährige Schüler zu verführen oder mit Gewalt zum Sex zu zwingen. Becker hat seine Internatsfamilie in eine päderastische Kameradschaft umgewandelt, wie es der reformpädagogische Vordenker Gustav Wyneken vorgemacht hat.“

In: Spiegel Online

2010

Im Berliner Zoo zieht sich ein sechsjähriger Junge an den Ohren des berühmten Metallnilpferds nach oben. Er will es seinem Geschwister gleichtun, das auf dem Rücken des Tieres thront. Der Vater hilft ungefragt und setzt seinen Sohn mit einem Schwung aufs Nilpferd – aber der Junge bricht in Heulen und Schreien aus und gibt erst Ruhe, als er wieder selbst klettern darf. „Der Kleene will allet alleene machen“, sagt der Vater verdutzt. Er ist beleidigt über seinen Filius.

Diese Geschichte erzählt Salman Ansari gern, um zu zeigen, was die fundamentalen Anstöße des Kindes zum Lernen sind: Der Antrieb zur Nachahmung, der unaufschiebbare Drang zur Selbständigkeit, die Zurückweisung der Belehrung. Böse gesagt alles das, was im Schulunterricht eigentlich nicht stattfindet. „Das Problem des Unterrichts ist“, sagt Salman Ansari, „dass die Lehrer recht haben.“

In: taz

Der Ex-Lehrer Salman Ansari prangerte die Ausnutzung der Machtposition durch seine Kollegen an: Selbst wenn die Mädchen älter als 16 Jahre gewesen sein sollten, müsse man von sexuellem Missbrauch ausgehen. Da an der Reformschule der Lehrer gleichzeitig „Familienoberhaupt“ sei, übernehme er für seine schutzbefohlenen Schüler eine Art Vaterrolle, die in diesen Fällen schamlos ausgenutzt worden sei.

Die Welt

Es gab Menschen, denen die schleichende Rückkehr Beckers in den Pädagogen-Olymp gewaltig gegen den Strich ging. Zu ihnen gehört der ehemalige OSO-Lehrer Salman Ansari, der zu Beckers Zeit an der Schule war und sich bis heute Vorwürfe macht, weil er nichts bemerkt habe. Umso engagierter zeigte sich Ansari nach 1999. Im Jahr 2002wies Ansari den OSO-Vorstand darauf hin, dass Becker gerade eine Schülerschrift zum Thema „Körper“ herausgegeben hatte. Von der Vorsitzenden Richter-Ellermann habe er erwartet, dass sie Protest beim verantwortlichen Friedrich Verlag einlegt, sagt er heute. Am 12. November 2002 schrieb Richter-Ellermannan Ansari: Über eine Rückkehr Beckers als Publizist „ „haben wir nicht zu entscheiden.“ Und: „Wäre Ihnen der Text aufgefallen, wenn Gerold Becker ihn nicht mit unterzeichnet hätte?“

Mitteldeutsche Zeitung

Kinder erhalten fortwährend Antworten auf Fragen, die sie niemals gestellt haben – und darum verstummen sie eines Tages, so analysiert Salman Ansari. Vor allem die Ausweitung schulischer Bildungsideen auf die Kindergartenpädagogik ist ihm ein Dorn im Auge. Denn Kinder bräuchten kein vorgefertigtes Wissen, sondern Erfahrungsräume.

Deutschlandradio Kultur

„Die Kinder waren zweitrangig“, sagt Salman Ansari. Er kam 1974 als Lehrer an die Privatschule und gehört zu den wenigen, die sich frühzeitig auf die Seite der Opfer stellten und sich dafür von Kollegen als Verräter beschimpfen lassen mussten. Ansari sieht in der Reputation der Odenwaldschule, diesem lange Zeit als reformpädagogische Musteranstalt gefeierten Internat, einen „großen Bluff“. In Wirklichkeit hätten sich die Lehrer über guten Unterricht und die Betreuung der Kinder kaum Gedanken gemacht.

Süddeutsche

„Du hattest doch ein Verhältnis zu einer 18-jährigen Schülerin“, sagt ein ehemaliger Schüler – und deutet auf einen Lehrer. „Ist es da ein Wunder, dass du nicht aufklären wolltest? Das war doch das Bonbon für Euch Lehrer. Ihr hatte Eure Freiheiten, dafür ließt ihr Gerold in Ruhe.“

Der Angesprochene steht im Mittelpunkt. Wut steigt in den Leuten auf, der Mann zittert. Alle Aufmerksamkeit ist bei ihm, es ist ein Mitläufer identifiziert. Aber er flieht nicht. Er lässt sich ein Mikrofon geben. Er antwortet knapp und nervös. „Ja, ich hatte ein Verhältnis. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun?“

„Du willst deinen Arsch retten!“ brüllt ihm einer aus drei Schritten Abstand ins Kreuz. Vorne kreischen ein paar Frauen vor Wut auf den Mann, der gerade vor 200 Menschen zugegeben hat, mit einer erwachsenen Schülerin geschlafen zu haben. Die Menge will all ihre Anspannung und Wut auf diesem Mann entladen. Geschrei. Angst macht sich breit – da sagt oben auf dem Podium Salman Ansari beinahe sanft. „Das geht nicht! Hört auf! Wir wollen hier die Wahrheit hören. Und wenn einer sie sagt, dann, bitte, hört ihm zu.“

taz

Der Lehrer, Dr. Salman Ansari, schrieb wörtlich an Antje Vollmer: „Der ehemalige Schulleiter dieser Schule hat während seiner Amtszeit Kinder sexuell missbraucht.“

Vollmer, Grünen-Politikerin und damals Bundestagsvizepräsidentin, ließ den Brief von einer Mitarbeiterin beantworten: „In Ihrem und auch dem mitgesandten Brief Ihres Sohnes werden Vorwürfe gegen eine Person, die Frau Vollmer nicht kennt, und in einer Angelegenheit, die sie in keiner Weise beurteilen kann, erhoben.“ Eine „wie auch immer geartete Stellungnahme aus der Ferne“ von ihr erscheine daher „weder angebracht noch hilfreich“.

FAZ

2009

»Meine Idee ist, dass die Kinder berichten, was sie erleben«, sagt Salman Ansari. »Die Sprache spielt bei mir eine übergeordnete Rolle, weil ich oft mit Kindern zusammen bin, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Ich will, dass sie ihre Sprachkompetenz erweitern, kann sie aber nur zum Sprechen bringen, wenn sie bestimmte Erfahrungen gemacht haben, an die ich unmittelbar anknüpfen kann. Beschäftigen die Kinder sich mit etwas, zum Beispiel Wasser schöpfen oder Körner trennen, schau ich ihnen zu. Erst später rede ich mit ihnen, weil ich weiß: Jetzt sind sie bereit, mit mir über das zu sprechen, was sie getan haben. Im Sprechen steckt nämlich der Prozess des Denkens: die Erfahrung in Sprache übersetzen, durch Sprachbilder klarmachen, was man erlebt hat.

Bibernetz

Advertisements